Im Detail: Was tun im Notfall einer akuten Atemnot – Vorbeugung, erleichternde Atemtechniken und Notfallplan

Diese Tipps helfen im Alltag

Prävention

Vorbeugende Maßnahmen

Patienten mit Atemwegserkrankungen sollten Stresssituationen – so weit möglich – aus dem Weg gehen. Es kann sich für Sie also lohnen, Ihre Alltagsaktivitäten ohne Zeitnot im Voraus zu planen. Auch einengende Kleidung oder stark parfümierte Pflegeprodukte, die bei Betroffenen häufig eine Atemnot auslösen, sollten Sie vermeiden.


Atemgymnastik, atemerleichternde Körperstellungen und Entspannungsübungen sind wichtige Techniken, um einen akuten Anfall zu bewältigen. Sie sollten diese Techniken regelmäßig trainieren, um sie bei akuter Atemnot zu beherrschen. In der Regel helfen bereits einfache Übungen, das Atmen zu erleichtern.

Der Notfallplan

Trotz aller vorbeugenden Maßnahmen kann es zu einem Notfall mit akuter Atemnot kommen. Dann ist es sinnvoll, wenn Sie mit ihrem Arzt im Vorfeld bereits einen Notfallplan ausgearbeitet haben: Dieser Plan listet die wichtigsten Schritte im Ernstfall auf und kann Ihre aufkommende Panik – die Ihre Atemnot noch verstärkt – vermeiden. Außerdem sollten Angehörige und Freunde über Ihre Erkrankung und den Notfallplan informiert sein, um mit der akuten Situation umgehen zu können.


Erste Anzeichen eines Notfalls

  • Ihre Atmung ist spürbar behindert.
  • Es kommt zu vermehrter Schleimbildung.
  • Sie haben ein Beklemmungsgefühl in der Brust.

Gegenmaßnahmen

  • Bewahren Sie Ruhe.
  • Inhalieren Sie Ihr Bedarfsmedikament gemäß Notfallplan.
  • Nutzen Sie die Lippenbremse und nehmen Sie eine atemerleichternde Körperhaltung ein.

Atemerleichternde Körperstellungen

Durch atemerleichternde Körperstellungen wird Ihr Brustkorb – und damit die Atemmuskulatur – vom Gewicht der Schultern und Arme entlastet. Das Atmen fällt Ihnen dadurch spürbar leichter.

Bei der Lippenbremse atmen Sie die Luft gegen den Widerstand der locker aufeinandergelegten Lippen aus. Mit den Lippen bremsen Sie die Luft beim Ausatmen und erzeugen so einen Druck in den Bronchien. Dadurch fallen die Bronchien nicht so leicht zusammen und die verbrauchte Luft kann besser aus Ihrer Lunge entweichen – auch die frische Atemluft kann so besser eingeatmet werden. Gerade bei Belastungen wie Treppensteigen oder beim Tragen von Einkaufstaschen kann Ihnen die Lippenbremse hilfreich sein.

So geht’s

  • Atmen Sie ganz normal ein.
  • Legen Sie die Lippen locker aufeinander.
  • Atmen Sie gegen die locker geschlossenen Lippen aus, dabei werden die Lippen durch den aufgebauten Druck passiv geöffnet.

Tipps
Die Lippenbremse sollten Sie bereits zu Beginn der Belastung und nicht erst bei Atemnot anwenden. Die atemerleichternde Lippenbremse kann mit der Torwartstellung kombiniert werden.

Wichtig
Stellt sich bei Ihnen trotz aller Maßnahmen nach zehn Minuten keine Besserung ein, sollten Sie erneut zweimal mit dem Notfallspray inhalieren, evtl. in Kombination mit weiteren verschriebenen Medikamenten. Ist nach Ablauf von weiteren zehn Minuten keine Besserung eingetreten, muss der Notarzt gerufen werden. Falls Angehörige oder Freunde anwesend sind, können diese versuchen, Sie zu beruhigen und darauf achten, dass die Schritte des Notfallplans befolgt werden.

Selbsthilfe-Video
Schauen Sie sich auf YouTube das Video der Deutschen Atemwegsliga an. Es zeigt den Kutschersitz, die Lippenbremse und weitere Atemübungen.

So geht’s

  • Setzen Sie sich auf einen Stuhl und rücken Sie nach vorne auf die vordere Stuhlhälfte.
  • Grätschen sie Ihre Beine.
  • Öffnen Sie einengende Kleidungsstücke.
  • Stützen Sie Ihre Hände auf die Knie.
  • Neigen Sie den Oberkörper nach vorne und halten Sie dabei den Rücken möglichst gerade.
  • Legen Sie das Gewicht von Armen und Schultern auf die Oberschenkel.
  • Atmen Sie ruhig ein- und aus (ggf. in Kombination mit der Lippenbremse).

Wichtig
Stellt sich bei Ihnen trotz aller Maßnahmen nach zehn Minuten keine Besserung ein, sollten Sie erneut zweimal mit dem Notfallspray inhalieren, evtl. in Kombination mit weiteren verschriebenen Medikamenten. Ist nach Ablauf von weiteren zehn Minuten keine Besserung eingetreten, muss der Notarzt gerufen werden. Falls Angehörige oder Freunde anwesend sind, können diese versuchen, Sie zu beruhigen und darauf achten, dass die Schritte des Notfallplans befolgt werden

Selbsthilfe-Video
Schauen Sie sich auf YouTube das Video der Deutschen Atemwegsliga an. Es zeigt den Kutschersitz, die Lippenbremse und weitere Atemübungen.

So geht’s

  • Neigen Sie den Oberkörper im Stehen nach vorne.
  • Stützen Sie dabei das Gewicht von Armen und Schulter auf einem Stuhl, an einer Wand oder auf den eigenen Knien ab.
  • Atmen Sie ruhig ein- und aus.

Tipp
Die atemerleichternde Torwartstellung kann mit der Lippenbremse kombiniert werden.

Wichtig
Stellt sich bei Ihnen trotz aller Maßnahmen nach zehn Minuten keine Besserung ein, sollten Sie erneut zweimal mit dem Notfallspray inhalieren, evtl. in Kombination mit weiteren verschriebenen Medikamenten. Ist nach Ablauf von weiteren zehn Minuten keine Besserung eingetreten, muss der Notarzt gerufen werden. Falls Angehörige oder Freunde anwesend sind, können diese versuchen, Sie zu beruhigen und darauf achten, dass die Schritte des Notfallplans befolgt werden.

Selbsthilfe-Video
Schauen Sie sich auf YouTube das Video der Deutschen Atemwegsliga an. Es zeigt den Kutschersitz, die Lippenbremse und weitere Atemübungen.

Der Notfall ist da

Bewahren Sie Ruhe und geraten Sie nicht in Panik

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es zu Notfällen mit Atemnot und Angstzuständen kommen. In diesem Moment gilt es, Ruhe zu bewahren. Panik würde sowohl den Sauerstoffbedarf, als auch den Herzschlag erhöhen und Ihre Atemnot verschlimmern.

Wählen Sie im Ernstfall die 112

Diese Angaben sind dabei wichtig:

  • Wo genau ist der Notfallort?
  • Wie sind Sie telefonisch zu erreichen?
  • Was genau ist passiert?
  • Welche Beschwerden liegen vor?

Folgen Sie den Anweisungen der Mitarbeiter der Leitstelle und beenden Sie das Gespräch erst, wenn die Mitarbeiter Sie dazu auffordern.

Akute Atemnot – ruhig bleiben und den Notfallplan anwenden

Unser Fokus bei Inhalationssystemen

Die korrekte Anwendung des Inhalators ist Voraussetzung für die erfolgreiche Therapie einer Atemwegserkrankung – die inhalativen Arzneimittel können nur richtig wirken, wenn eine ausreichende Menge davon in die Atemwege gelangt. Leider kommt es bei der Inhalation jedoch immer wieder zu Fehlern: annähernd 8 von 10 Patienten verwenden ihr Inhalationssystem nicht optimal1. Genau diesen Missstand wollen wir beheben.

Ihr behandelnder Arzt und/oder Ihr Apotheker haben Ihnen bestimmt erklärt, wie das System vorbereitet wird. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die korrekte Anwendung des Inhalators auch regelmäßig durch den Arzt überprüft wird.

Bei Teva steht immer der Mensch im Zentrum. Deshalb versuchen wir, alle von uns entwickelten Produkte im Gebrauch so nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten – vor allem, weil Ihre Gesundheit davon abhängt. Ein Inhalationssystem sollte also derart beschaffen sein, dass eine unsachgemäße Handhabung ausgeschlossen ist. Unser Anspruch ist, Inhalatoren für Sie so intuitiv und fehlerfrei benutzbar zu machen, wie möglich. Und daran lassen wir uns gerne messen.

1 Price DB et al. Abstract OR-100, presented at the International Primary Care Respiratory Group conference, 2014.

Inhalationssysteme: Anwendung im Detail

Welche Inhalationssysteme gibt es? Wie unterscheiden sie sich? Was ist bei der jeweiligen Anwendung zu beachten? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen auf einen Blick.

Dosieraerosole verlangen eine gute Koordination

1. Funktion
Ein weit verbreitetes Inhalationssystem ist das Dosieraerosol. Bei jeder Auslösung wird eine genau definierte Menge eines Treibgas-/Wirkstoff-Gemischs als Sprühstoß aus dem System freigegeben. Das Treibgas verdampft – zurück bleibt eine Aerosolwolke mit feinen Wirkstoffpartikeln.

2. Anwendung
Bei den klassischen Dosieraerosolen wird der Sprühstoß per Hand durch Druck auf den Wirkstoffkanister ausgelöst. Das bedeutet, als Patient müssen Sie das Auslösen des Sprühstoßes und das Einatmen exakt koordinieren, damit das Wirkstoffaerosol mit der Einatmung in Ihre Atemwege transportiert werden kann. Sehr vielen Menschen bereitet diese Koordination Schwierigkeiten, was zu einem verminderten Wirkstoffeintrag in die Atemwege und zu einer schlechteren Kontrolle der Erkrankung führt.

3. Hinweise
Eine zusätzliche Herausforderung stellt das Erlernen der richtigen Inhalationstechnik dar: Vor der Inhalation sollten Sie möglichst tief ausatmen und dann langsam ruhig und tief einatmen. Die Auslösung erfolgt dabei in die beginnende Einatmung hinein. Anschließend sollte Sie den Atem noch anhalten (circa 5 bis 10 Sekunden), damit sich der Wirkstoff in Ihrer Lunge absetzen kann und nicht wieder ausgeatmet wird.

Atemzugsgetriggerte Dosieraerosole sind auf dem Vormarsch

1. Funktion
Leichter zu bedienen als klassische sind die sogenannten atemzugsgetriggerten Dosieraerosole. Sie lösen schon bei geringem Atemfluss automatisch aus.

2. Anwendung
Atemzugsgetriggerte Dosieraerosolen erfordern von Ihnen als Patient keine Koordination zwischen dem Auslösen des Sprühstoßes und dem Einatmen. Durch diese einfachere Anwendungstechnik wird eine wesentliche Fehlerquelle ausgeschaltet und die Fehlerhäufigkeit sinkt.

Ansonsten entspricht die Inhalationsanwendung bei atemzugsgetriggerten Dosieraerosolen dem des klassischen Dosieraerosols.

Inhalation ohne Treibgas

1. Funktion
Bei den auf dem Markt erhältlichen Trockenpulversystemen wird durch den Atemfluss des Anwenders der Wirkstoff freigesetzt und das Aerosol erzeugt (ohne Treibgas). Daher hängen die Dosisfreisetzung und auch die Güte des erzeugten Aerosols von der Stärke des Atemflusses ab.

2. Anwendung
Trockenpulversysteme benötigen von Ihnen als Patienten mehr Atemkraft als Dosieraerosole. Wichtig ist, dass aus dem Trockenpulversystem von Beginn an möglichst kräftig inhaliert wird.

In fast allen verfügbaren Trockenpulversystemen ist der Wirkstoff mit Lactose vermischt. Daher werden Sie in vielen Fällen nach der Inhalation einen süßlichen Geschmack wahrnehmen, der Ihnen eine Bestätigung über die erfolgte Freisetzung gibt. Manche Trockenpulversysteme geben zusätzlich akustische oder optische Rückmeldung über die erfolgte Inhalation. Einige Pulversysteme enthalten eine definierte Anzahl von Dosen (Reservoirsysteme) und zeigen über ein Zählwerk den Befüllungszustand an. Andere werden von Ihnen als Anwender für jede Inhalation einzeln mit einer Kapsel befüllt. Zusätzlich muss diese vor der Inhalation angestochen werden.

3. Hinweise
Grundsätzlich sind Trockenpulversysteme feuchtigkeitsempfindlich. Sie sollten es demnach unbedingt vermeiden, vor oder nach der Inhalation in das System hineinzuatmen. Auch empfiehlt es sich, dass Sie diese Systeme nicht in feuchten Räumen (z.B. Badezimmer oder Küche) lagern und nach Gebrauch immer sofort verschließen.

Inhalationssysteme - Die Experteninterviews

Prof. Dr. med. Felix Herth – Chefarzt der Abteilung Innere Medizin-Pneumologie an der Thorax-Klinik Heidelberg – beantwortet die häufigsten Fragen zu Funktion und Anwendung von Inhalationssystemen.

Die richtige Inhalationstechnik

Unabhängig von den Detailunterschieden der einzelnen Systeme gibt es einige Grundprinzipien, die Sie bei der Inhalationstherapie berücksichtigen sollten.

Beachten Sie bitte auch unbedingt die Packungsbeilage Ihres System und die Einweisung durch Ihren Arzt und/oder Apotheker.

Die richtige Körperhaltung

  • Für die Inhalation sollten Sie einen ruhigen Moment auswählen.
  • Halten Sie Ihren Oberkörper bei der Inhalation aufrecht – am besten im Sitzen oder Stehen inhalieren.

Die richtige Vorbereitung

  • Entfernen bzw. öffnen Sie beim Inhalator die Schutzkappe und nehmen Sie ihn gemäß der Anleitung in die Hand.
  • Atmen Sie vor der Inhalation langsam und entspannt aus (nicht in das Mundstück).

Der richtige Inhalationsvorgang

  • Umschließen Sie das Mundstück fest mit den Lippen. Ihre Zähne und die Zunge dürfen nicht im Weg sein; atmen Sie je nach Gerät schnell (Pulverinhalatoren) oder langsam (Dosieraerosole), immer jedoch tief, ein. Lösen Sie gegebenenfalls – zum Beispiel bei Dosieraerosolen – zu Beginn der Einatmungsphase aus.
  • Halten Sie den Atem nach der Inhalation für fünf bis zehn Sekunden an.
  • Atmen Sie langsam aus. Idealerweise über die Nase oder mit der "Lippenbremse".

Die richtige Nachbereitung

  • Reinigen Sie das Mundstück mit einem trockenen Tuch (ggf. weitere notwendige Reinigung gemäß Packungsbeilage beachten).
  • Stecken Sie die Schutzkappe wieder auf, bzw. schließen Sie diese, um das Gerät vor Verunreinigungen zu schützen. 
  • Bei Inhalation von Glukokortikoiden gilt: inhalieren Sie möglichst vor einer Mahlzeit, putzen Sie ggf. anschließend die Zähne, spülen Sie den Mund aus und/oder trinken Sie etwas.

Ergänzendes Material

Sie suchen weitere Informationen rund ums Thema Atemwegserkrankungen? Die nachfolgenden Seiten auf „Aktiv durch Atmen“ möchten wir Ihnen empfehlen.

 

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